Non Profit Stories | Von der Desminopathie zu einem inklusiven Videospiel: Die Geschichte von Silvio und The handYcapped. Ein Verein, entstanden aus einer seltenen Krankheit, heute ein Projekt, das Kreativität, Ironie und soziales Engagement vereint. Zwischen Malbüchern, Schulprojekten, Charity-T-Shirts und einem Videospiel in Entwicklung will The handYcapped den Blick auf Behinderung verändern. Denn wie Silvio sagt: „Wenn es ein Handycapp schafft...“ 28. Mai 2025, am Vormittag. Silvio Binca empfängt uns voller Energie – lässt aber durchblicken, dass „der Morgen echt beschissen war“. Er sagt es ohne Drama oder Verlegenheit, mit dieser Mischung aus Ehrlichkeit und Optimismus, die ihn auszeichnet. Wir geben zu: Die Autorin dieses Textes hat sich kurz gefragt, ob es angemessen ist, dieses Wort in einem Artikel eines Markenblogs zu zitieren. Aber dann war klar: Ja, unbedingt. Denn genau darum geht es bei Silvios Mission – die Dinge beim Namen nennen, ohne Umschweife. Die Wahrheit auszusprechen, ohne sie zu beschönigen, gehört zu seinem direkten, authentischen Ansatz. Es zeigt, dass das Leben mit einer seltenen Krankheit nicht nur aus tapferen Hollywood-Momenten besteht, sondern auch aus echten Herausforderungen, Müdigkeit und – ja – aus Tagen, die einfach Mist sind. Und das ist in Ordnung so. Denn wie in jedem Spiel gewinnt man nicht beim ersten Versuch. Es gibt Hürden, Strategiewechsel und vor allem: die Kraft, weiterzuspielen. Silvio sagt, jetzt geht's besser – und auch und im Gespräch mit ihm. Non Profit Stories: Geschichten, die etwas bewegen Hinter jeder gemeinnützigen Organisation steckt ein Bedürfnis, ein Traum, eine ganz konkrete Notwendigkeit. Und …
Ein Videospiel, um Bewusstsein zu schaffen und Spenden zu sammeln: Die Initiative von Silvio Binca

Non Profit Stories | Von der Desminopathie zu einem inklusiven Videospiel: Die Geschichte von Silvio und The handYcapped. Ein Verein, entstanden aus einer seltenen Krankheit, heute ein Projekt, das Kreativität, Ironie und soziales Engagement vereint. Zwischen Malbüchern, Schulprojekten, Charity-T-Shirts und einem Videospiel in Entwicklung will The handYcapped den Blick auf Behinderung verändern. Denn wie Silvio sagt: „Wenn es ein Handycapp schafft…“
28. Mai 2025, am Vormittag.
Silvio Binca empfängt uns voller Energie – lässt aber durchblicken, dass „der Morgen echt beschissen war“. Er sagt es ohne Drama oder Verlegenheit, mit dieser Mischung aus Ehrlichkeit und Optimismus, die ihn auszeichnet.
Wir geben zu: Die Autorin dieses Textes hat sich kurz gefragt, ob es angemessen ist, dieses Wort in einem Artikel eines Markenblogs zu zitieren. Aber dann war klar: Ja, unbedingt. Denn genau darum geht es bei Silvios Mission – die Dinge beim Namen nennen, ohne Umschweife.
Die Wahrheit auszusprechen, ohne sie zu beschönigen, gehört zu seinem direkten, authentischen Ansatz. Es zeigt, dass das Leben mit einer seltenen Krankheit nicht nur aus tapferen Hollywood-Momenten besteht, sondern auch aus echten Herausforderungen, Müdigkeit und – ja – aus Tagen, die einfach Mist sind. Und das ist in Ordnung so. Denn wie in jedem Spiel gewinnt man nicht beim ersten Versuch. Es gibt Hürden, Strategiewechsel und vor allem: die Kraft, weiterzuspielen.
Silvio sagt, jetzt geht’s besser – und auch und im Gespräch mit ihm.
Non Profit Stories: Geschichten, die etwas bewegen

Hinter jeder gemeinnützigen Organisation steckt ein Bedürfnis, ein Traum, eine ganz konkrete Notwendigkeit. Und oft Menschen mit Herzblut, die aus einer Idee Taten machen.
Mit Non Profit Stories möchten wir genau diesen Geschichten eine Stimme geben – Geschichten von täglichem Engagement, von Projekten, die Leben verändern, von Ideen, die Bewegung schaffen.
In dieser ersten Folge sprechen wir mit Silvio Binca, dem Gründer des Vereins “The handYcapped”.
Silvio Binca und The handYcapped
Silvio ist 26 Jahre alt und lebt mit Desminopathie, einer seltenen genetischen Erkrankung, die die Muskelkraft beeinträchtigt. Betroffene leiden unter starker Muskelschwäche, sitzen meist im Rollstuhl und haben oft Schwierigkeiten beim Atmen und Essen.
2013 erhielt Silvio ein Spenderherz – „ein Geschenk“, wie er es nennt. Die Krankheit jedoch ist fortgeschritten, und derzeit gibt es keine Heilung. Heute ist er auf ein Beatmungsgerät angewiesen und wird über eine Magensonde ernährt. Aber davon lässt er sich nicht beeindrucken – im Gegenteil: Er nutzt seine Erfahrungen als Stärke und wird zur Ansprechperson für viele Menschen mit Behinderung.
Das Interview
Erzähl uns von The handYcapped – wie ist die Initiative entstanden?
„The handYcapped ist ganz natürlich aus meiner persönlichen Geschichte mit der Desminopathie entstanden. Von Anfang an war klar: Für viele Menschen mit seltenen Krankheiten ist das größte Problem der Mangel an Forschungsgeldern und konkreten Hilfsmitteln zur Verbesserung der Lebensqualität. 2022 habe ich mich voll auf Spendenaktionen konzentriert – der Erfolg war eher mäßig. Aber das hat mich nicht entmutigt, sondern mir gezeigt: Wir müssen mehr tun. Und anders.
Ich wollte einen Raum schaffen für Unterstützung, Aufklärung und Austausch – für Menschen, die Ähnliches durchleben wie ich, für ihre Familien und für alle, die verstehen wollen, was es heißt, mit einer seltenen Krankheit wie der Desminopathie zu leben. Daraus entstand im Sommer 2023 offiziell der Verein The handYcapped.“
Was macht The handYcapped konkret?
„Heute arbeiten wir mit Schulen und Krankenhäusern zusammen und sprechen über Behinderung – offen, direkt und auf Augenhöhe. Wir leisten keine klassische Hilfe im Alltag, sondern setzen auf Bewusstseinsbildung. Wir wollen das Denken verändern, Berührungsängste abbauen und zeigen, dass Vielfalt eine Stärke ist.
Zum Beispiel haben wir das The handYcapped Colourbook entwickelt – ein inklusives Malbuch mit Figuren im Rollstuhl. Es soll Kindern vermitteln, dass Unterschiedlichkeit etwas ganz Natürliches ist. Die Rückmeldungen von Eltern und Lehrkräften waren unglaublich positiv – das motiviert uns enorm.
Gerade entwickeln wir auch ein Videospiel mit Hauptfiguren im Rollstuhl – ein Arcade-Game, inspiriert von Subway Surfers und Mario Kart. Ziel ist es zu zeigen: Behinderung ist kein Hindernis, sondern eine Realität, die Teil unserer Gesellschaft ist – und das auf eine spielerische, zugängliche Art.
Unser größeres Ziel ist ein nachhaltiges System, welches durch Kultur- und Unterhaltungsprojekte Spenden für die medizinische Forschung zur Desminopathie generiert.“
Wie kam es zur Idee, ein Videospiel als Tool für Bewusstseinsbildung und Fundraising zu nutzen?
„Wir wollten unsere Geschichte erzählen – aber ohne Mitleid oder Mitleidstour. Stattdessen mit einem Medium, das Spaß macht und verbindet. Ein Spiel kann helfen, sich in andere hineinzuversetzen. Man erlebt symbolisch die Herausforderungen einer seltenen Krankheit und versteht so leichter, warum Forschung und Hilfsangebote wichtig sind.
Unser Game soll dynamisch und spaßig sein – mit Rennen, Herausforderungen und witzigen Elementen. Dabei vermittelt es ganz beiläufig, was es bedeutet, mit Desminopathie zu leben. Unsere Spielfiguren haben echte Fähigkeiten – weil Vielfalt unser Superkraft ist.
Behinderung bedeutet nicht, dass man keine aufregenden Erfahrungen machen kann. Ich will, dass Spieler – mit oder ohne Behinderung – den Rollstuhl nicht als Hindernis, sondern als Werkzeug sehen.“
Gab es einen besonderen Moment oder ein Projekt, auf das ihr besonders stolz seid?
„Ein Highlight war definitiv, als Kinder in Schulen unser Malbuch aufgeschlagen haben, sich in den Figuren wiedererkannt haben – und voller Begeisterung zu malen begannen. Wenn sie den Namen ihrer Lieblingsfigur rufen oder wir Nachrichten von Müttern bekommen, die sagen: ‚Endlich etwas, worin mein Kind sich wiederfindet‘ – dann wissen wir: Genau dafür machen wir das. Für Repräsentation, Inklusion und ein bisschen Freude.“
Was ist euer finanzielles Ziel – und wofür werden die Mittel eingesetzt?
„Wir wollen 100.000 Euro sammeln. Das ermöglicht uns, ein hochwertiges, zugängliches und unterhaltsames Videospiel zu entwickeln – nicht nur als Spiel, sondern als Werkzeug zur Aufklärung und zur Spendensammlung für die Desminopathie-Forschung.
Ein gutes Game zu entwickeln ist toll, aber teuer. Wir brauchen Mittel, um eine spielbare Demo zu entwickeln, die Grafik, den Sound und das Gameplay zu verbessern – es soll richtig cool werden, nicht nach Hobbyprojekt aussehen – und natürlich auch, um das Team zu bezahlen. Alle bringen Leidenschaft und Know-how mit, aber auch sie müssen ihre Miete zahlen.“
Habt ihr schon mit Unternehmen zusammengearbeitet? Und wie seht ihr das Verhältnis zwischen Non-Profit und Business?
„Wir hatten schon erste Kooperationen, vor allem mit lokalen Firmen, die uns bei Spendenaktionen oder logistisch unterstützt haben. Aber wir glauben, dass da noch viel mehr möglich ist. Deshalb suchen wir gezielt Unternehmen, die an unser Projekt glauben – als Partner oder Förderer. Mit Geld, aber auch mit Fachwissen, Sichtbarkeit und Tools. Da liegt großes Potenzial, gemeinsam etwas Schönes und Sinnvolles zu schaffen.“
Wie kann man euch konkret unterstützen?
„Ganz einfach und kostenlos: drüber reden. Jeder, der von uns erzählt, kann Entwickler, 3D-Artists oder Geldgeber erreichen, die uns helfen wollen.
Eine andere Möglichkeit ist, unsere T-Shirts zu kaufen. Die sind nicht nur stylisch – sie sind ein Statement. Wer sie trägt, zeigt: Ich bin dabei. Ich glaube an diese Idee. Mode mit Message – wirkungsvoller als jeder Hashtag.
Und natürlich läuft unsere GoFundMe-Kampagne für das Videospiel. Jeder Beitrag – auch ein kleiner – bringt uns dem Ziel näher, aus einer Vision ein reales, wirkungsvolles Projekt zu machen.
Was möchtest du den Leserinnen und Lesern zum Schluss noch mitgeben?
„Ich hoffe, dass wir das Videospiel wirklich realisieren können. Gute Ideen laufen schneller als Beine – und jeder kann mit einer kleinen Geste helfen, Distanzen zu überbrücken. Helft mir zu zeigen, dass Grenzen oft nur eine Frage der Perspektive sind. Genau wie die Bremse an meinem Rollstuhl: Es kommt immer darauf an, wer sie drückt.“
Wir verabschieden uns. Jetzt wissen wir: Hinter diesem Projekt steckt ein junger Mann, der wenig schläft (dank der Desminopathie), aber viel träumt. Eigentlich wollten wir Silvio zum Schluss fragen, ob er ein Motto hat, das ihn begleitet – aber er war schneller und sagte: „Wenn es ein Handycapped schafft…“
Darin steckt alles: Selbstironie, Beharrlichkeit und Weitblick. Silvio sucht keine Helden – sondern Mitstreiter. Und mit The handYcapped erinnert er uns daran, dass jedes Hindernis ein Sprungbrett sein kann – wenn wir es gemeinsam anpacken.
Unterstütze die Kampagne auf GoFundMe









Comments
Veo 3 API
Die Idee,Kommentar für Blogbeitrag ein Videospiel zur Sensibilisierung und Spendensammlung zu nutzen, finde ich extrem spannend – vor allem, weil Gamification oft unterschätzt wird, wenn es um soziale Anliegen geht. Ich würde gern mehr darüber erfahren, wie die Umsetzung konkret aussieht und ob das Spiel eher auf Storytelling oder Interaktivität setzt.
Veo 3 API
Ich finde es beeindruckend, wie Silvio Binca ein interaktives Medium wie ein Videospiel nutzt, um sowohl Bewusstsein zu schaffen als auch Spenden zu generieren. Die Kombination aus Spielspaß und gemeinnützigem Zweck wirkt sehr durchdacht – es wäre spannend zu erfahren, wie die Community eingebunden wird und welche konkreten Erfolge bereits erzielt wurden.